Die Oggauer Kreuzkapelle - Grabstätten

Die Kreuzkapelle ist auch Begräbnisstätte für 6 Priester, daran erinneren
6 Epitaphe und drei Gruften des Langhauses.

 

Georg LANG (Pfarrer in Oggau von 1772 - 1788)


Epitaph von Georg Lang

Er wurde am 17. April 1735 in Krensdorf geboren. Mit 24 Jahren zum Priester geweiht, bekleidete er in der Folge mehrere Kaplanstellen, so auch in der Propsteipfarre Eisenstadt Im Jahre 1772 begann ein reiches seelsorgliches Wirken in Oggau. Besonders Prozessionen erfreuten sich bei den Gläubigen großer Beliebtheit.
Nach 17-jähriger Tätigkeit verstarb Pfarrer Georg LANG am 6. März 1788 im 54. Lebensjahr.
Im Presbyterium an der linken Seite ist das älteste Epitaph angebracht, für Pfarrer Georg LANG. Die Sandsteinplatte (64 cm x 138 cm) ist oben mit eingerollten Giebelfragmenten und einem kleinen Kreuz abgeschlossen und hat folgende Inschrift:
HIER RUHET / DER WOHL EHRWÜRDIGE HERR. / GEORGIUS LANG / DURCH 17 JAHR GEWESTER / PFARRER ALHIER IN OGGAU / GESTORBEN / DEN 6 MERZ A. 1788 / IM 54. JAHR SEINES ALTERS

 

Jakob MAIXNER (Pfarrer in Oggau von 1788 -1822)


Epitaph von Jakob Maixner
Als gebürtiger Raaber - 29. Jänner 1754 - absolvierte er das Theologiestudium in seiner Heimatstadt. Nach einigen Kaplanjahren in Schützen am Gebirge übernahm er mit 30 Jahren die Pfarre Oggau. Der Neubau des Pfarrhofes (1795) und die Renovierung der Kirche (1808) fielen in seine Amtsperiode. Im Alter von 67 Jahren verstarb Pfarrer Jakob MAIXNER am 12. Jänner 1822. Das Erinnerungsmal für Pfarrer Jakob MAIXNER, rechts vom Eingang, besteht ebenfalls aus Sandstein (60cm x 188cm). Es ist reich gegliedert und mit einem stark vorspringenden, doppelten Rundbogen abgeschlossen, auf dessen seitlichen Gesimsen Hostienkelche dargestellt sind.
In der Rundbogennische ist ebenfalls ein Hostienkelch, links davon ein aufgeschlagenes Buch und rechts davon ein Birett zu sehen. Bekrönt wird das Epitaph durch ein Kruzifix auf einem Felsensockel.
Die Inschrift lautet:
Hier liegt der / Hochwürdige Herr / Jakob Maixner gebür- / tig von Raab durch 33 / Jahre gewester Pfarrer / zu Oggau gestorben den 12-ten / Jänner 1822 im 67-ten / Jahre seines Alters / Gott lasse Ihn / selig ruhen.
 

Joseph von GÁAL de Gyula (Pfarrer in Oggau von 1825 - 1855)

Joseph GÁAL wurde am 25. September 1790 in Eisenstadt geboren und am 25. Juli 1813 zum Priester geweiht. Seine Kaplanposten waren Mattersburg, Oggau (1816 -1819) und Ödenburg (Pfarre St. Michael). Ab 1825 wirkte er in Oggau und entfaltete eine reiche Bautätigkeit: Ausbau der Wirtschaftsgebäude und deren Wiederherstellung nach dem großen Brand von 1843. Erweiterung der Orgel und Restaurierungsarbeiten in der Kirche im Jahr 1840. Während seiner Tätigkeit kam es zu den beiden fürchterlichen Choleraepidemien von 1831 und 1849. Als Mitglied der "Ödenburger Gerichtstafel" war er auch politisch tätig. Nach 30-jährigem Wirken starb Joseph GÁAL am 11. Juli 1855 an Wassersucht.

Im Langhaus auf der rechten Seite erinnert eine Marmortafel an den Priester Joseph GÁAL (43 cm x 65 cm) mit folgender Inschrift:
Hier ruhet in Gott / der / Hochwürdige, Wohlgeborne Herr / Joseph von Gáal / durch 30 Jahre gewesener Pfarrer in / Oggau. / Gestorben, den 11-ten Juli 1855, / seines Alters 65 Jahre. / Gott verleihe ihm die ewige Ruhe. / OHerr JESU Christe, Du König der / Herrlichkeit! / Erbarme Dich seiner Seele in der / Ewigkeit.
Das Testament des Joseph Gáal: -hier klicken-

Joseph Gáal um 1850

Epitaph von Joseph Gáal
 

Karl FODERMEYER (Pfarrer in Oggau von 1855-1871)

Karl FODERMEYER. geboren am 6. November 1814 in Ödenburg, studierte in Raab, wo er 1841 die Priesterweihe erhielt. Als Pfarrer von Oggau wirkte er zwischen 1855 und 1871. Er starb am 13. November 1871 an Lungenentzündung.
Im Presbyterium rechts ist das Epitaph von Karl FODERMEYER angebracht. Eine rechteckige Sandsteintafel (60 cm x 110 cm) weist folgende Inschrift auf:
Hier ruhet / der hochw. Herr / Carl Fodermeyer / Pfarrer zu Oggau / durch 17 Jahre / geb. 1814 / gest. 1871 / Ruhe seiner Seele!
Diese Inschrifttafel ist am oberen Rand durch einen vorspringenden, profilierten Rundbogen mit Voluten und einem abgetreppten Gesims abgeschlossen. In die Rundbogennische ragt ein Hostienkelch, der auf einer Wolke steht.
Das Testament des Karl Fodermeyer: -hier klicken-

Karl Fodermeyer um 1865

Epitaph von Karl Fodermeyer
 

Josef MAYRHOFER

Josef MAYRHOFER wurde am 5. Juni 1810 in Oggau als Sohn des Lehrers Josef MAYRHOFER, eines gebürtigen Walbersdorfers, geboren. Von seinen vier Geschwistern war Johann ebenfalls Lehrer. Josef MAYRHOFER absolvierte sein Theologiestudium in Wien und erhielt 1835 die Priesterweihe. Nach verschiedenen Seelsorgerposten erfolgte 1841 die Berufung zum Theologieprofessor in Raab und 1864 die Ernennung zum Dompropst (Mitglied des Domkapitels). Am 12. Mai 1897 verstarb Domherr Josef MAYRHOFER im Alter von 87 Jahren. Er hatte bereits 1885 eine Gruft in der Kreuzkapelle errichten lassen.
Links von der Eingangstür ist das Epitaph aus rotem Marmor (92 cm x 150 cm) für den besonderen Wohltäter der Gemeinde, Domherr Joseph MAYRHOFER, in die Wand eingelassen In der oberen Hälfte der Marmorplatte ist folgende Darstellung: Über einem aufgeschlagenen Evangeliar liegen Kreuz und Bischofsstab gekreuzt, darauf eine Bischofsmütze und dahinter ein Hostienkelch mit einem Strahlenkranz.

Die Inschrift hat folgenden Worlaut:
VOR 87 JAHREN IN OGGAU HIER GEBOREN / HABE ICH MIR DIESEN RUHEPLATZ ERKOREN / JOSEF MAYRHOFER. / DURCH 28 JAHRE THEOLOGIEPROFESSOR / DANN RAABER DOMHERR, / U. INFULIERTER PROPST, / PÄPSTLICHER HAUSPRÄLAT. GROSSPROPST DES DOMKAPITELS, / JETZT ABER STAUB UND ASCHE! / DIE UNSTERBLICHE SEELE / GOTT U. FROMMEN GEBETEN EMPFOHLEN. / 1897.
Domherr Josef MAYRHOFER ist in der von ihm errichteten Gruft in der Kreuzkapelle beigesetzt. Die Gruftplatte in der Mitte des Kapellenraumes (93 cm x 200 cm) trägt folgende Inschrift: Josef Mayhofer / + / 12. Mai 1897.

Josef Mayrhofer um 1870

Epitaph von Josef Mayrhofer
Über das Begräbnis von Josef MAYRHOFER gibt es im Sterbebuch der Pfarre Oggau folgende Eintragung: -hier klicken-
Auch in seinem Testament vergaß er seine Heimatgemeinde nicht. Er hinterließ ein Stiftungskapital: -hier klicken-
Neben zahlreichen religiösen Schriften gab er auch ein Buch über den Neusiedler See heraus (in ungarischer Sprache "A Fertö Tava" 1862 - 1884, Györ 1884).
Die Gemeinde Oggau setzte diesem Ortskind mit der Benennung einer Gasse nach seinem Namen ein Denkmal.
 

Johann Surányi

Johann Surányi (um 1870 Magyarisierung seines Namens Schaub) wurde am 28. Juli 1835 in Oggau als viertes von 10 Kindern des Landwirteehepaars Johann und Elisabeth Schaub geboren. Er studierte von 1856 - 1860 in Budapest Theologie und erhielt am 31. Juli 1860 die Priesterweihe. Am 12. August 1860 feierte er in seiner Heimatgemeinde die Primiz. Nach weiteren Studien als Stipendiat im Wiener Augustinum promovierte er 1862 zum Doktor der Theologie. Nach einigen Seelsorgerposten unterrichtete er von 1872 - 1895 an der theologischen Hochschule in Raab Kirchenrecht und -geschichte. 1890 erfolgte die Ernennung zum Kanonikus. Von 1897 - 1902 leitete er als Direktor die theologische Hochschule in Raab. Darüber hinaus wirkte er als Universitätsprofessor an der theologischen Fakultät in Budapest. Dort war er auch Mitglied der literarischen Abteilung des St. Stephan-Vereines.
Er starb am 18. Juni 1903 in Raab und wurde am Oggauer Friedhof bestattet.
Im Zusammenhang mit der Errichtung eines Zuganges zur Aufbahrungshalle musste die Grabstelle aufgelassen werden und der Sarg mit den sterblichen Überresten von Johann Suranyi kam in die Mayrhofer-Gruft in der Kreuzkapelle.

Johann Surányi um 1860

Epitaph von Johann Surányi
Inschrift: Hier ruhet / Se. Gnaden und Hochwürden / Dr. Johann Surányi / Infulierter Cantor Domherr / des Raaber Domcapitels / Consistorialrath Prosyndal / Examinator. Doctor der Theologie / Mitglied der theologischen Facultät / der Universität zu Budapest / und der literarischen Abtbeilung / des St. Stefan-Vereines / geboren in Oka 28. Juli 1835 / gestorben zu Györ 18. Juni 1903 / Das ewige Licht leuchte Ihm. R. I. P.
Das Testament des Johann Surányi: -hier klicken-

Übersicht über die Lage der Gruften und Epitaphe in der Kreuzkapelle

Gruften
A: Josef Mayrhofer
A: Johann Surányi

Gruftplatte (Kalksandstein): 204,5 x 93,5 x 11 cm
Gruftabmessung: 204,5 x 93,5 cm; Tiefe: unbekannt
B: Joseph Gáal de Gyula
Gruftplatte (Kalksandstein): 255 x 129 x 23 cm
Gruftabmessung: 255 x 129 cm; Tiefe: unbekannt
C: Carl Fodermeyer
Gruftplatte (Kalksandstein): 259 x 130 x 21 cm
Gruftabmessung: 230 x 130 x 80 cm

Epitaphe
a: Josef Mayrhofer (150 x 92 x 12 cm)
b: Jakob Maixner (188[128] x 60 x 20 cm)
c: Joseph Gáal de Gyula (65 x 43 x 2 cm)
d: Carl Fodermeyer (110 x 60 x 13 cm)
e: Georg Lang (138 x 64 x 12 cm)
f: Johann Surányi (154 x 59 x 8 cm)

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