Der Oggauer Dialekt - Nachwort

Mit großer Sorge notiert der Verfasser - und mit ihm wohl jeder, dem die Erhaltung unserer Mundart ein ernstes Anliegen ist - dass die herkömmliche, "gestandene" Sprache unseres Volkes nur mehr ein Aschenbrödeldasein rührt. Nur mehr wenige ältere Menschen in der Ortschaft sprechen "lupenreinen" Oggauer Dialekt, der in den letzten Jahrzehnten schier übermächtigen Konkurrenten gegenüber steht:

Eine Flut von Amerikanismen (bes. seit dem Zweiten Weltkrieg) und Anglizismen hat besonders im Jugendjargon ihren Fixplatz erobert;

sowie auch in den Fachsprachen ihren Eingang gefunden (Sport, Flugverkehr, Welthandel, ...);

die große Zahl der Pendler kommt am Arbeitsplatz mit anderen Mundarten in Berührung, gleicht sich berufsbedingt, oder weil man sich des bodenständigen Dialekts schämt, an;

Bedienstete in allen Berufen wählen eine angepasste Umgangssprache im Umgang mit Mitarbeitern, Kunden und dgl.;

auch Erwachsene wollen sich dieser "modernen" Sprache bedienen (und oft der Jugend damit imponieren);

der Großraum Wien strahlt seinen Vorstadtslang aus;

die Welt ist "klein" geworden, Menschen aller Rassen, Stände und Nationalitäten treten aus verschiedensten Gründen in Kontakt miteinander;

die heranwachsende Jugend findet kaum sprachliche Vorbilder mehr, da ihre Eltern selbst schon Kinder der neuen Entwicklung sind;

moderne Medien (Fernsehen, Radio,...) berieseln die heimische Bevölkerung rund um die Uhr;

(meist) junge Leute heiraten ein und gleichen sich nicht immer dem Oggauer Diakelt an, was auch schwierig ist, und werden gerne aktiv (und damit in vielen Belangen mitbestimmend) in der Gemeinde, um ihre Intregrierung in die hiesige Gemeischaft schneller zu schaffen;

Arbeiter / Angestellte kommen in unsere Ortschaft und bringen ihren Dialekt mit, an den sich die Ortsbewohner zur besseren Verständlichkeit meistens angleichen

u.v.a.

Aus diesen Gründen versucht der Verfasser mit seinem Glossar, das mundartliche Sprachgut zu sichern, solange es noch im Original vorhanden ist und - wenn auch nur mehr spärlich - angewendet wird.
Text: SR Franz Hannabauer

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