Isläcker

Rundgang - nächste Ried

Isläcker
„Islacka“ - (2966 - 3095) -.Die zugrunde liegende Wortwurzel „is“ deutet auf Wasser hin. Man beachte die vielen Flußnamen wie Isar, Isere usw.
Die Quelle, die auf der Ried Isläcker entsprang, war namengebend für diesen Flurteil.

1569 Iselwald (Eisenstädter Urbar)
1580 Iselfeld (ebenda)
1641 Ißelacker (kanonische Visitation)
1743 Islacker (Gemeindearchiv)
1757 Isslacker (kanonische Visitation)

Lehmgrube
„Loamgruim“ - Isläcker-Teil (2972)
Die Lehmgrube auf der Pfarrerbraite in unmittelbarer Nähe der ehemaligen Fischteiche gelegen und von der Landstraße - Zufahrt bei der Dräng - aus zu erreichen, stand noch nach dem 2. Weltkrieg in Nutzung.
Der Lehm, ein durch Eisenverbindung gelb bis braun gefärbter, sandhaltiger Ton, fand verschiedene Verwendung:
Zum Mauern; dem Lehm, mit etwas Speckkalk vermischt, wurde zur Erhöhung der Festigkeit auch kurzgeschnittenes Stroh beigemengt.
Zum Ausbessern beschädigter Ofenschamottesteine. Die Zugabe von kurz geschnittenen Roßhaaren erhöhte die Festigkeit des Lehms.
Zum Auskleiden und Ausbessern der Backöfen.
Zum Verfestigen der Tennböden.
Zur Abdeckung von Dübelbaumdecken, um den Brandschutz zu verbessern.
Zum Abdecken der Silage.
Zur Behandlung von Entzündungen bei Tieren, z. B. Lehmpackungen auf entzündete Rindereuter.
Die Lehmgrube, eine flache Mulde, steht heute zum Teil unter Wasser und ist fast zur Gänze mit Schilf verwachsen.

Pfarrerbraite
„Pfoarrabroatn“ - Isläcker-Teil (2969 - 2972)
Die mit „Braite“ benannten Grundstücke sind meist von ungewöhnlicher Größe und haben ein ansehnliches Verhältnis von Breite zur Länge. Diese Definition trifft bei der Pfarrerbraite zu: Die Parzelle besitzt eine Länge von knapp 1 km, eine Breite von etwa 170 m und somit eine Fläche von rund 17 ha.
Seit langem ist dieses Grundstück im Besitz der röm. kath. Pfarrkirche zur hl. Dreifaltigkeit in Oggau. Rudolf Michlovsky aus Wien erwarb 1978 den straßenseitigen Teil in einer Größe von 4 ha. Mit dem Erlös wurde die Erneuerung des Kirchendaches finanziert.
1956 legte der Burgenländische Fischereiverband im straßenseitigen Teil der Pfarrerbraite 2 Fischzuchtteiche an. Das erforderliche Wasser lieferte die Isel. Diese Anlage war bis Anfang der 70er Jahre in Verwendung, die Betreuung hatte Matthias Sallmutter inne.
In mehr als 15 Jahren konnten zehntausende Setzlinge, vor allem Karpfen aus beiden Teichen ausgefischt und im Neusiedler See ausgesetzt werden.
Auf die Dauer blieben diese Zuchtteiche nicht rentabel, da sie nicht ablaßbar waren und daher nicht richtig gepflegt und gewartet werden konnten.

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